Leseprobe „Reitstunden der Lust“

Hallo Ihr Lieben, 

heute möchte ich Euch noch mal an meinem aktuellen Treiben teilhaben lassen. Derzeit schreibe ich an meinem neuen Roman „Reitstunden der Lust“ und ich lass Euch einfach mal einen kleinen Ausschnitt da. Der gesamte Text wird noch überarbeitet, korrigiert und erscheint dann (hoffentlich) rechtzeitig vor der Buchmesse in Frankfurt. 

„Kannst du mir erklären was du hier machst?” fragte Max in einem sehr ruhigen Ton.

Steffi zuckte zusammen und wurde bleich. Sie traute sich nicht mal sich umzudrehen. Jetzt hatte sie eine Grenze überschritten, die Max nicht so einfach hinnehmen würde, dessen war sie sich bewusst.

Er stieg ab und blieb hinter ihr stehen. Er stand so dicht hinter ihr, dass sie seinen Atem an ihrem Nacken spüren konnte.

„Steffi, ich erwarte eine Antwort” sagte er leise.

 Tränen traten in ihre Augen.

„Bitte lass mich einfach in Ruhe. Ich ertrage dieses Spielchen nicht länger“, brachte sie erstickt hervor.

Liebevoll legte er die Arme um sie und zog sie an sich. „Ich spiele nicht Steffi.”

Sie genoss die Wärme und Geborgenheit die von ihm ausging. Sie lehnte sich sogar leicht an ihn. Sie wollte nicht mehr kämpfen, sie konnte nicht mehr kämpfen und was hatte sie denn schon zu verlieren? Die Alpträume hatten nie wirklich aufgehört und ihre Angst hatte sie auch nie in den Griff bekommen.

Max hielt sie einfach nur fest an sich gedrückt. Er merkte, wie sie sich fallen ließ. Wie sie innerlich nachgab. Sich ihm für den Augenblick ergab. Er spürte wie sie leicht zitterte. Er schwieg, denn Worte hätten jetzt alles zerstört. Langsam drehte er sie in seinen Armen herum.

Sie widersetzte sich leicht. Steffi wollte nicht mehr denken und sie wollte einfach nur spüren, dass er da war. Max zog sie wieder an sich und strich ihr leicht über den Rücken. In dem Augenblick zerrte Sirkus am Zügel. Steffi hob den Blick und lächelte unsicher.

„Er ist noch nicht so weit so lange still zu stehen.”

Max grinste zurück. „Stimmt ist er noch nicht. Genau wie du noch nicht so weit bist dich völlig fallen zu lassen.”

Steffi senkte den Blick, aber sie versuchte sich nicht aus seinen Armen zu befreien. Er hob ihr Kinn an und senkte seine Lippen vorsichtig auf ihre. Seine Hand glitt in ihren Nacken und hielt sie fest. Dann drang er mit seiner Zunge in ihren Mund ein.

Steffi zuckte einen Moment lang zurück, aber er hielt sie. Endlich gab sie sich ihren Gefühlen hin. Sie hätte nie gedacht was ein Kuss auslösen könnte.  Sie spürte wie sich in ihr alles zusammen zog, wie sie Gänsehaut bekam. Und sie hatte nur ganz kurz den Gedanken, dass sie sich wehren sollte, solange es möglich war. Doch sie wollte sich nicht wehren. Sie wollte Max spüren. Wissen, dass er da war, dass sie sich endlich keine Gedanken mehr zu machen brauchte. Sie drängte sich enger in seine Arme.

Nur ungern ließ Max jetzt von ihr ab, aber Sirkus musste zurück in den Stall und die Reitschüler würden auch gleich kommen. Er ließ sie los und trat einen kleinen Schritt zurück, um ihr in die Augen sehen zu können.

„Du hast eben eine wichtige Regel gebrochen, Stefanie”, sagte er langsam.

Sie senkte den Blick, weil sie sich schon gegen das was jetzt kommen würde wappnete.

„Das kann ich nicht ungestraft lassen.”

Ihr Kopf fuhr ruckartig in die Höhe. Ihr Blick war entsetzt und sie merkte erst jetzt, dass sie nie daran geglaubt hatte, dass er es wirklich ernst meinen würde.

„Du wirst Strafe und Strafmaß am Ende der nächsten Woche mitgeteilt bekommen und dann auch gleich erhalten.”

Max beobachtete ihre Reaktion. Sie war noch nicht so weit, aber bis zum Ende der Woche, würde sie ihm so weit vertrauen, dass er mit ihrer Erziehung anfangen konnte und dann war es nur noch ein kurzer Schritt bis er ihr aus ihren Ängsten heraus helfen konnte. Jetzt spiegelte sich Trotz, Angst, Unsicherheit und auch Unverständnis in ihrem Blick.

„Heißt das, dass du mich schlagen willst?” fragte sie ungläubig.

„Vielleicht, vielleicht lasse ich mir aber auch eine andere Strafe einfallen, dass kommt auf dich und dein Benehmen in der nächsten Woche an”, antwortete Max ihr ehrlich.

Er wollte sich noch nicht festlegen. Er wusste, dass sie eine devote Ader hatte, dass hatte er schon im Schwimmbad gespürt, aber ob sie auch masochistisch war, konnte er jetzt noch nicht beurteilen. Auf jeden Fall würde das Wochenende mehr als interessant werden. Steffi befreite sich aus seinen Armen und sah ihn ungläubig an.

„Ich dachte, dass du für mich da sein willst?” fragte sie jetzt ehrlich verwirrt.

„Das bin ich, Steffi, das bin ich. Vertrau mir einfach oder versuch es zumindest, ok?”

Er beendete das Gespräch und drehte sich zu Sirkus, damit er wieder aufsitzen konnte.

„Wir sehen uns in einer Viertelstunde in der Halle”, rief er ihr zu und ließ das Pferd in flottem Tölt zum Gestüt gehen.

Steffi sah ihm total verwirrt hinterher. Was sollte das? Was für ein Spielchen trieb er mit ihr? Zu allem Überfluss merkte sie auch noch, wie sie neugierig auf diese Strafe wurde. Was hatte er mit ihr vor? Ein verräterisches Prickeln lief ihr über den Rücken und sie schüttelte verzweifelt den Kopf. Sie musste mehr als gestört sein, wenn sie der Gedanke von ihm gestraft zu werden erregte.

„Ich bin einfach nicht normal”, sagte sie halblaut, als sie sich auf den Weg ins Gestüt machte.

Die beiden Reitstunden, die sie heute geben musste waren anstrengend, aber sie brachte sie gut hinter sich und Max lächelte ihr zufrieden entgegen. Sie fütterten die Pferde und gingen dann um zu duschen und anschließend zusammen zu Abend zu essen.

„Was habt ihr beiden Hübschen denn heute Abend noch vor?” fragte Svana freundlich während des gemeinsamen Abendessens.

Steffi sah sie an und musste ein Gähnen unterdrücken.

„Ich werde noch etwas für die theoretische Prüfung lernen”, antwortete sie und hoffte sich gleich in ihr Zimmer zurück ziehen zu dürfen.

Max lächelte. „Und ich dachte, dass wir zusammen schwimmen gehen?”

Er bekam keine Antwort.

„Ok, dann kann ich Dich abhören. Wir treffen uns also gleich draußen im Hof.”

Steffi hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen, sie wollte endlich alleine sein, nichts anderes. Aber Max wollte ihr wohl zeigen, dass er sie überall kontrollierte. Es ärgerte sie, dass sie nicht zum schwimmen kam. Wieso konnte sie die große Klappe auch nicht halten. So blieb ihr nichts anderes übrig, als zu zustimmen. Sie half Svana nach dem Abendessen noch in der Küche, dann machte sie sich auf, um das Lehrbuch zu holen. Max sah ihr grinsend hinter her.

„Bitte Max, sei etwas vorsichtiger mit ihr“, bat Svana ihn. „Sie schläft schlecht und normalerweise legt sie sich mittags hin. Sieh sie dir an, sie ist zu dünn und hat Ringe unter den Augen.” Bittend legte sie eine Hand auf Max Arm.

„Keine Angst, Svana, ich will ihr nicht schaden, ganz im Gegenteil”, antwortete Max ihr freundlich. „Ich liebe deine Nichte und ich kann ihr helfen, auch wenn es sich erst mal anders entwickeln sollte. Ich kann es Dir nicht erklären, aber vertrau mir einfach, ok?”

Svana lächelte und nickte. „Ok, wenn ich helfen kann, dann sag mir Bescheid.”

Max grinste. „Ja, kannst du. Überzeug Steffi, dass sie in das Gästehaus zieht in dem ich auch wohne. Dann ist sie in meiner Nähe und ich kann sie besser beschützen. Wie du weißt hat sie vor irgendwas eine höllische Angst.”

Svana nickte. „Ja, ich weiß und ich weiß auch wovor, aber ich denke kaum, dass es besser wird, wenn sie mit dir in einem Haus leben muss.” Max sah Svana an.

Er schwieg und beobachtete sie. Auf einmal fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.

„Sie ist vergewaltigt worden?” fragte er tonlos. 

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