Leseprobe: „Liebe, Stolz und andere Schwierigkeiten

Hallo Ihr Lieben,

heute gibts mal was Sanftes von mir. Zumindest erstmal, vielleicht kommt später noch ein Eintrag mit SM-Inhalten, aber jetzt erstmal reines Gefühl. Hoffe es gefällt trotzdem.

Als sie es vor Kälte nicht mehr aushielt, hockte Vivian sich in einen Hauseingang. Sie hoffte, dass Jack sie hier nicht finden würde und dass sie bald zu ihrem Unterschlupf zurück konnte. Vielleicht hatte sie Glück und er übersah sie in diesem Hauseingang, wenn sie sich ganz ruhig verhielt. Deshalb versuchte sie sich so wenig wie möglich zu bewegen. Doch sie konnte es nicht unterdrücken, dass sie zitterte wie Espenlaub. Verzweifelt schlang sie die Arme um ihren Körper, um sich wenigstens etwas zu wärmen, aber es half nicht viel.

Wenn sie noch länger hier säße, dann würde sie festfrieren. Vielleicht käme ja auch jemand vorbei, der ihr helfen könnte. Aber es kam niemand.
Sie fluchte, dass sie so dumm gewesen war, aber sie hatte der Versuchung nicht widerstehen können, wenigstens einen Abend in einer anständigen Umgebung zu verbringen. Einen Abend hatte sie vergessen wollen, dass sie keine Chance auf ein normales Leben bekam. Einen Abend lang wollte sie die Vergangenheit wieder heraufbeschwören. Eine Vergangenheit in der es ihr noch besser gegangen war.

Jetzt fing es auch noch an zu schneien und sie zog sich vorsichtig weiter in den Hauseingang zurück. Lange würde sie es hier nicht mehr aushalten. Sie zitterte immer stärker und überlegte, was sie tun sollte. Wenn nicht bald etwas passierte, dann würde sie hier erfrieren.

Durch diese Bewegung wurde Jack aufmerksam, als er in die Seitenstrasse einbog. Vorsichtig schlich er auf die Stelle zu und dankte dem Himmel für den Schnee, der die Sicht einschränkte und seine Schritte dämpfte.

Vivian konnte nicht mal seinen Schatten sehen, bis er plötzlich vor ihr stand.

„Guten Abend, Miss Tailer, so lernen wir uns also endlich kennen”, sagte er und sah auf dieses zitternde Häuflein Elend herunter.

Erschrocken sprang sie auf, aber Jack packte sie sofort am Arm. „Sie wollen meine Gesellschaft doch nicht jetzt schon verlassen, oder?” fragte er ironisch und lächelte.

Wütend wollte sie etwas erwidern, aber ihre Zähne schlugen vor Kälte so aufeinander, dass sie nichts hervorbrachte.

Jack erkannte die Situation sofort und ließ die Sticheleien. Er zog seinen Mantel aus und legte ihn ihr über die Schultern.

„Komm, Kleines, wir bringen dich erstmal ins Warme, damit du mir hier nicht erfrierst,” sagte er leise, dann zog er sie an sich, um sie etwas vor der Kälte zu schützen.

„Ich verstehe dich nicht, dass du so dein Leben aufs Spiel setzt. Aber jetzt komm.” Seine Stimme klang sehr sanft, als ob er ein verschrecktes Kind beruhigen wollte.

Vivian wusste nicht, ob sie sich ärgern, oder ob sie froh sein sollte, dass er sie gefunden hatte. Viel länger hätte sie es nicht in der Kälte ausgehalten und da ihre Finger zitterten bekam sie nicht mal das einfachste Schloss auf.

Vergeblich versuchte sie das Zittern zu unterdrücken und ihm etwas bösartiges zu sagen, dass ihren Stolz rettete, aber als sie in seine Augen sah, kam er ihr zuvor.

„Wir sind gleich in meiner Wohnung, da kannst du dich aufwärmen und trocknen. Solange spar dir deine Kraft. Du kannst mich nachher noch nach Herzenslust beschimpfen”,  grinste er und sie schwieg.

So gingen sie durch die Strassen und sie musste sich eingestehen, dass sie keine Abscheu vor diesem Bullen spürte. Er zeigte wenigstens etwas Menschlichkeit.

Nicht so wie der Bulle, der sie damals gefangen hatte. Von dem war sie erstmal ausgiebig betatscht und beschimpft worden.

An diese Zeit dachte sie nicht gern zurück. Normalerweise hätte sie nicht gegen die Bewährungsauflagen verstoßen, aber sie musste sich jeden Tag  bei diesem Polizisten melden. Jedes Mal wenn sie kam wollte er sie überreden mit ihm zu schlafen. Aber ihre Abscheu vor ihm und eine zu große Angst vor dem Knast brachte sie dazu sich nicht mehr bei ihm blicken zu lassen. Irgendwann fing sie an zu stehlen, weil sie ja auch von etwas leben musste. Sie nahm nie viel und suchte sich ihre Kundschaft sehr genau aus.

Vivian fühlte sich kläglich, weil sie Jack nicht aus tiefstem Herzen hasste. Seine Stimme klang so beruhigend. Sie gaukelte ihr Zuneigung und Wärme vor. Doch im Moment konnte und wollte sie sich nicht dagegen wehren. Es war zu lange her, seit man sie wie einen Menschen behandelt hatte. Außerdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass er es ehrlich meinte. Das verunsicherte sie immer mehr, sie konnte sich selbst nicht mehr trauen.

Und wer jetzt neugierig geworden ist, das komplette Buch gibt es unter http://www.amazon.de/Liebe-Stolz-andere-Schwierigkeiten-Skydla-ebook/dp/B00EX6G4X4/ref=pd_ecc_rvi_3?ie=UTF8&qid=1381745919&sr=8-1

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Über skydla

Ich bin eigentlich eine ganz normale Frau, die gerne lacht, die arbeitet, die in einer festen Beziehung ist und 2 Kinder hat. Meinen richtigen Namen möchte ich aber dennoch nicht nennen, da ich Autorin von BDSM-Geschichten bin. Teilweise habe ich die Geschichten selbst erlebt, teilweise entstammen sie aus meiner Fantasie und teilweise sind es Szenen, die da einfach hingehören *smile. Ich bin offen für vieles, bei weitem nicht für alles und bin auch sehr komunikativ! Also wenn wer was wissen will.....einfach fragen.
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