Die erregende Art zu fesseln – Shibari

Hallo ihr Lieben,

passend zum letzten Podcast erkläre ich euch heute kurz den Begriff „Shibari“.
Er kommt aus dem Japanischen und bedeutet eigentlich nur „festbinden“.

Im SM-Kontext sieht das ein wenig anders aus, denn Shibari ist die kunstvolle Form des Fesselns, die auch ganz bestimmten Regeln folgt. Hier kann man nicht einfach nur den Partner irgendwie festbinden, sodass er eben ertragen muss, was man ihm antut. Beim Shibari geht es um Ästhetik, um Kunst, aber auch um Erotik!

Oft sieht man gerade beim Shibari, das die Partner oder Bunnies an den Seilen aufgehangen werden, allerdings ist das nur ein kleiner Teil. Natürlich der Spektakulärste. Es gibt auch viele Varianten auf dem Boden, bei denen die Sub/der Sub entsprechend dekorativ gefesselt wird.

Das erotische daran, ist bestimmt für jeden etwas anderes, allerdings spielt der Punkt, dass man sich dem Rigger, dem Bondage-Künstler, hilflos ausliefert eine große Rolle.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich in die Seile fallen lassen kann. Es ist eine Art, die Verantwortung abzugeben, den Kopf auszuschalten und sich auch hinzugeben, da man sich ja komplett in die Hände des Partners gegeben hat. Es ist auch ein wenig „Nervenkitzel“ dabei, denn oft fühlt es sich so an, dass man sich alleine niemals befreien könnte.

Natürlich gibt es auch hier wieder einen Ausschnitt aus einem meiner Bücher, dieses Mal passt „Der Rigger und das Model“:

Lächelnd zog er einen schwarzen Schal aus der Tasche, strich Lia freundlich die Haare zurück und verband ihr die Augen.
Damit hatte Lia nicht gerechnet, etwas unsicher blieb sie stocksteif stehen, bis sie Vladimirs Hände spürte, die ihre Handgelenke nahmen. Er fesselte ihre Arme auf ihrem Rücken und mit jedem Seil, entspannte Lia sich ein wenig mehr.
Sie konnte seinen ruhigen Atem hören, ab und zu ein geflüstertes Wort von ihm, welches ihr die Nervosität nahm, aber sie hörte auch die erstaunten, gemurmelten Bemerkungen der Zuschauer.
Nach und nach wurde ihr klar, dass auch Vladimir eine Augenbinde trug. Immer wieder hörte sie es aus dem Publikum, zuerst konnte sie ihren eigenen Ohren nicht trauen.
Das konnte doch nicht sein, dass er sie fesselte, ohne etwas zu sehen oder doch? Dann wurden die Bemerkungen deutlicher, allerdings spürte sie auch Vlads Hände, die mehr tasteten, als die Seile direkt zu platzieren.
„Entspann dich, ich weiß, was ich tue“, raunte Vladimir ihr zu, als er spürte, wie sie sich verspannte.
Das war für Lia leichter gesagt als getan, immerhin bereitete er gerade eine Hängebondage vor, ohne irgendwas zu sehen, wenn sie den Bemerkungen der Zuschauer glauben durften. Auf der anderen Seite würde er nie das Risiko eingehen, sie fallen zu lassen. Also atmete Lia einmal tief aus und ein, dann entspannte sie sich.
Vladimir zog ihr mit einem kleinen Ruck die Füße vom Boden, was ihr einen überraschten Schrei entlockte und das Publikum toben ließ. Eine Sekunde lang hielt Lia tatsächlich den Atem an, dann war ihr klar, dass die Seile sie halten würden. Ihr wurde der Schal abgezogen und Vlad lächelte sie an.
Das Publikum tobte, denn in der Tat hielt auch er eine Augenbinde in der Hand.
Langsam ließ er Lia um sich selbst drehen, änderte immer wieder mal ein Seil, um sie in eine andere Position zu bringen. Breit grinsend sah er Lia an, dann löste er vorsichtig die Fesselung.
Galant nahm er Lias Hand und bedankte sich mit einem Handkuss bei ihr. Erst danach präsentierte er sie dem Publikum, was sie mit ohrenbetäubendem Applaus belohnte.
Zusammen verließen sie die Bühne.
„Sag mal konntest du wirklich nichts sehen?“, wollte Lia wissen, als sie in dem kleinen Raum hinter der Bühne standen.
Vladimirs Grinsen wurde noch breiter.
„Nein ich konnte nichts sehen, nur spüren“, antwortete er ehrlich.
Lia sah ihn beeindruckt an, so etwas hatte sie noch nie erlebt, auch wenn sie zugeben musste, dass sie zwischen durch ein wenig nervös gewesen war.
„Ich hätte dich nie fallen lassen“, sagte Vladimir jetzt ernst.
Sie nickte, das war ihr klar.
„Ich danke dir, dass du eingesprungen bist“, schob Vladimir hinter her.
In dem Augenblick kamen auch Sven und Jasmin.
„Wow was für eine Show, so was hab ich noch nie gesehen“, schwärmte Jasmin, während sie die beiden fast schon ehrfurchtsvoll ansah.
Sven zog Lia an sich und blickte ihr einen Moment tief in die Augen.
„Manchmal ist Vlad ein wenig wahnsinnig“, sagte er leise.

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