Russian Fighter 2 – Widerwillige Gefühle

Hallo Ihr Lieben,

da ich gerade in uralten Texten stecke und mich ein wenig schüttelte, denn die Ergüsse von damals sind echt gewöhnungsbedürftig, möchte ich euch den Abend mit einem Ausschnitt aus dem Russian Fighter 2 „Widerwillige Gefühle“ versüßen.

„Wie läuft denn ihre Boxschule? Man hört ja nur Gutes.“
Ein älterer Mann, dessen Ehefrau zur russischen Reiter-Equipe gehörte, richtete das Wort an Nikolaj.
„Vielen Dank, wir sind zufrieden. Allerdings ist es in erster Linie ein Projekt, um die Kinder von der Straße zu holen.“
Lächelnd nickte Kolja dem Herrn zu, gleichzeitig hielt Eduard die Luft an.
Er kannte den Kerl, der sich in der Geschäftswelt als unangenehmer Geschäftspartner einen Ruf erarbeitet hatte. Man munkelte, dass er seinen Mitarbeiter aus fadenscheinigen Gründen ihren Lohn vorenthielt, während er sich jeden Luxus gönnte. Außerdem gab es Gerüchte über Kinderarbeit. Leider konnte ihm bisher keiner das Handwerk legen, zumal er sich in der Öffentlichkeit großzügig zeigte.
„Ist es denn nicht kontraproduktiv, wenn man diesen kleinen Kriminellen beibringt, sich mit Fäusten durchzusetzen?“
Mit einem schmierigen Lächeln blickte der beleibte Mann den Boxer an, der nur nachsichtig die Schultern zuckte.
Auch Nikolaj kannte den Kerl, deshalb würde er sich keinesfalls von ihm provozieren lassen. Nur Alexej schaffte es kaum, seinen Mund zu halten.
Genau das hatte Edja erwartet, der jetzt langsam ausatmete, gleichzeitig legte er eine Hand auf den Arm des jungen Sportlers, der neben ihm saß.
Es nutzte nichts; bei so einer himmelschreienden Ungerechtigkeit musste Aljoscha sich einfach Luft verschaffen.
„Wie können Sie es wagen, diese armen Wesen, Kriminelle zu nennen? Das sind Kinder, die Tag für Tag Missbrauch und Gewalt erfahren. Kinder, die geschlagen werden oder selbst für etwas zu Essen sorgen müssen. Wieso sind Sie eigentlich der Einladung gefolgt, wenn Sie so abfällig über sie denken?“
Eiskalt musterte er den Mann, während Nikolaj sanft den Kopf schüttelte, um seinen Bruder zu stoppen.
„Bitte, Alexej, nicht jeder hat die Chance so zu helfen und hinter die Kulissen zu sehen, wie du“, versuchte Eduard, ihn zu beschwichtigen.
Dieser Kerl war es keinesfalls wert, hier einen Skandal hervorzurufen.
Die Frau des überheblichen Geschäftsmannes atmete hörbar auf.
„Sie greifen meinen Ehemann an, ohne etwas über die Hintergründe zu wissen. Aber was soll man schon von einem Boxer halten?“
Arrogant ließ die schlanke Blondine ihren Blick über Aljoscha schweifen, dann wandte sie sich ab, sodass man deutlich sah, dass es unter ihrer Würde war, das Gespräch weiterzuführen.
„Immer noch besser als das Geld eines Mannes auszugeben, der es mit Kinderarbeit verdient.“
Während die Gäste an ihrem Tisch, bei so einer kompromittierenden Aussage, die Luft anhielten, sah Edja sein Gegenüber lächelnd an.
Einen Augenblick wartete er, bis der Industrielle Anstalten machte zu antworten, doch genau in dem Moment wechselte er gekonnt das Thema.
„Darüber hinaus wollte ich die ganze Zeit fragen, wie es mit dem jungen Kerl ausgegangen ist, mit dem Sie letzte Woche einen handfesten Streit hatten.“
Mit einem fast liebenswürdigen Lächeln beobachtete Eduard die Reiterin, die hektisch den Kopf schüttelte. Seine Augen warnten sie deutlich, dass sie den Angriff auf seinen Freund bitter bereuen würde.
„Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen. Bestimmt verwechseln Sie mich.“
Wieder wollte sie sich pikiert abwenden, doch jetzt setzte Edja nach.
„Natürlich wissen Sie, wovon ich rede. Er brachte Sie Mittwochabend ins Mariinski-Theater und nach der Vorstellung bestanden Sie darauf noch in einen Nachtklub zu gehen. Ihr Begleiter hatte aber einen kuscheligen Abend in seinem Appartement vorbereitet.“
So, als ob er vom Wetter berichtete, ließ Eduard die Bombe platzen, dabei lächelte er die Frau mitsamt ihrem Ehemann freundlich an.

Manchmal kann unser Eduard ja ein richtiges Ekel sein, findet ihr nicht auch?

Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und bis bald

Eure lisa Skydla

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