Leseprobe: „Die Sklavin des Dämons“

Zum Wochenende habe ich eine Leseprobe zu meinem neuen Roman „Die Sklavin des Dämons“ für euch.
Dieses Mal ist es wohl eher Drama, als Liebesroman:

Langsam schloss sie die Augen, nicht mal die Freude darüber, dass Damon noch lebte, spürte sie.
Damon sprang Matthias an, schlug seine Hand von ihrem Hals und packte ihn sofort an der Kehle. Jill sank auf den Boden, ohne sich zu rühren.
„Und was jetzt, großer Dämonenjäger? Entweder du lässt mich laufen und kümmerst dich um deine Sklavin oder du bringst mich vor das Tribunal und sie wird sterben“, höhnte Matthias.
Die Gedanken von Jill waren verstummt und im Moment konnte Damon nicht mal sagen, ob ihr Herz noch schlug oder nicht. Er ließ Matthias fallen und hob sie auf seine Arme.
Sofort war Matthias verschwunden, aber Damon schwor sich, dass er ihn finden würde, sobald er sich um Jill gekümmert hatte.
Seine Hand tastete nach ihrem Puls. Er konnte ein leises Flattern spüren und wollte schon aufatmen, als auch diese minimale Bestätigung, dass sie noch am Leben war, verschwand.
Damon schrie auf vor Schmerz, tastete wieder hektisch nach ihrem Puls, beobachtete ihre Brust. Aber er konnte weder einen Puls spüren, noch hob sich ihre Brust, sie atmete nicht mehr.
Ihre Haut hatte eine bleiche, fast durchsichtige Farbe angenommen und ihr Gesicht war friedlich. Es hatte keine Spur mehr von Angst oder Panik.
Damon hielt sie zärtlich in seinen Armen, küsste sie sanft auf die Stirn, dann ging er langsam mit ihr aus dem Raum. Jeder Schritt kostete ihn viel Kraft, dabei wusste er nicht mal genau, wohin er gehen sollte.
Tränen rannen ihm über das Gesicht, blutige Tränen.
Er trug sie aus der Wohnung, in der sie so gelitten hatte, und brachte sie zu seinem Haus. Hier legte er sie vorsichtig auf sein Bett, so als ob sie lediglich schlafen würde. Vor dem Bett brach er zusammen, ein weiterer Schrei entrang sich seiner Seele, gequält und völlig ohne Hoffnung. Auf den Knien schwor er sich, sie zu rächen. Keine Sekunde zu ruhen, ehe Matthias nicht dafür gebüßt hatte, was er ihr angetan hatte.
Eine Bewegung ließ ihn aufhorchen, aber er blieb, wo er war, in diesen letzten Augenblick wollte er ihr einfach sein. Er wollte sich ihr Gesicht einprägen, ehe es vom Tod so verändert wurde, dass er sie nicht mehr erkennen konnte. Wollte die Wahrheit noch einen Moment aufschieben, so tun, als ob sie wirklich nur schliefe.
Hinter ihm nahm er eine weitere Bewegung wahr und sprang auf. Er drehte sich um und blockierte den Weg ins Schlafzimmer.
Auf einen Kampf gefasst, sammelte er seine Kräfte, aber vor ihm stand lediglich sein Bruder Ryan.
Ryan sah die Tränen auf Damons Gesicht und brauchte keine Fragen, um zu verstehen, dass Jill tot war. Er zog seinen Bruder in eine kurze Umarmung, doch dieser wehrte sich und kehrte zum Bett zurück.
Bittend blickte er Ryan an.
„Gib mir noch einen Augenblick mit ihr“, bat er, wobei seine Stimme ihren Dienst versagte.
Ryan nickte und zog sich in Damons Arbeitszimmer zurück.
Damon setzte sich auf den Bettrand und betrachtete Jill. Die Frau, die mehr Herz gehabt hatte, als jede andere. Die Frau, die ihm mehr geschenkt hatte, als jede andere. In diesem Moment wurde Damon bewusst, was er verloren hatte. Die ganze Wucht dieser Erkenntnis brach über ihn herein. Jetzt verstand er, was sie durchgemacht hatte, als Dominik gestorben war. Und er konnte nicht anders als sie zu bewundern, für die Stärke, die sie gehabt hatte.
Wieder strich er ihr über die Wange, steckte ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr und spürte, wie sie kälter wurde.
Er küsste sie zum Abschied auf die Stirn und wollte gerade die Decke über ihr Gesicht ziehen, als eine Hand sich auf seinen Arm legte.
„Bitte warte noch einen Moment“, bat Lilith sanft.
Damon sah seine Mutter gequält an, das war das Schwerste, was er in seinem Leben je hatte tun müssen. Abschied nehmen.
Auch Balthasar stand in der Tür, er trat zu seinem Sohn, legte ihm die Hand auf die Schulter und sah auf Jill herunter, die friedlich und still vor ihnen lag.
„Wir wollen sie einfach noch einmal sehen. Ryan hat uns Bescheid gegeben“, erklärte er ruhig.
Damon nickte unter Tränen, die ihm immer noch über das Gesicht liefen.
Lilith beugte sich runter und küsste Jill auf die Stirn, dann sah sie ihren Sohn mit einem undefinierbaren Blick an. Aber er wusste, sobald sie beerdigt war, würden sie zusammen auf die Jagd gehen. Matthias hatte keine Chance zu entkommen.
Balthasar trat ans Bett, blickte einen Augenblick auf Jill runter und strich ihr mit einer väterlichen Geste über die Wange, danach nickte er seinem Sohn zu.

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