Outing – Wie sage ich es meinen Leuten, dass ich auf SM stehe?

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mal ein Thema für euch, wo die Meinungen ganz bestimmt weit auseinander gehen. Natürlich besitze ich auch nicht die ultimative Lösung, aber vielleicht kann ich dem einen oder anderen einen Denkanstoß geben.

Die schwierigste Variante ist wohl, wenn man sich nicht traut dem Partner reinen Wein einzuschenken. Ich verstehe sehr gut, dass man Angst hat als pervers zu gelten und die Achtung des Partners zu verlieren, aber wenn er einen wirklich liebt, wird er sich dann nicht mit dem Thema auseinandersetzen?

Reden ist hier unumgänglich, allerdings könnte es ein paar unschöne Reaktionen ernten, wenn man mit der Tür ins Haus fällt. Vielleicht schlägt man mal vor einen entsprechenden Film anzusehen. „Secretary“ finde ich hier ziemlich gut. „Die Geschichte der O“ könnte am Anfang viel zu hart sein.

Oder man lässt mal einen entsprechenden Roman auf dem Tisch liegen. Und ja, ich weiß, dass ihr jetzt alle an „50 Shades of Grey“ denkt. Um die Sprache auf das Thema zu bringen, ist das vielleicht auch nicht der aller schlechteste Roman. Aber es gibt natürlich bessere.

Sollte eure Partner total angewidert reagieren, dann überlegt bitte auch, ob er sich vielleicht schützen will. Vielleicht ist er genauso in seinem Kopfkino verstrickt wie ihr? Im Gespräch vorsichtig rantasten, allerdings immer mit dem Bewusstsein, dass er es vielleicht wirklich nicht will.

Gegenüber Eltern, Geschwistern, Freunden und Bekannten ist es oft auch nicht sonderlich leicht, sich zu outen. Hier steht natürlich die Frage im Raum: Muss ich das überhaupt? Müssen meine Eltern wissen, dass ich mir von meinem Mann den Hintern hauen lasse?
Wenn die Gefahr besteht, dass euer Vater euch schreien hört und er innerhalb kürzester Zeit im Zimmer stehen könnte, dann lautet die Antwort: JA! Keiner möchte sehen, wie der Vater den Mann verprügelt, weil ihr Spaß hattet.
Scherz beiseite. Jeder muss selbst wissen, wem er was erzählen möchte.

Bei uns war es unumgänglich, da wir neben der BoFeWo ja auch einen Online-Shop haben. Die Ware lagert im Keller und eines Tages stand mein Vater vor der Tür, mit seinem Werkzeugkasten, um die Holzdecke im Badezimmer zu reparieren. Die Decke in unserem Gästebad im Keller war vor ein paar Wochen plötzlich halb heruntergefallen. Ich hatte es ihm erzählt. Dummerweise lag im Raum vor dem Bad die Lieferung, bestehend aus Zwangsjacken und Bodybags.

Mein Vater hatte bereits eine Ahnung, jetzt musste ich Farbe bekennen und siehe da, er hat das total gelassen aufgenommen. Seine Frage war nur: Glaubst du, ich lebe hinter dem Mond? Oder ich bin intolerant?
Mittlerweile kennen viele unserer Freunde und Bekannte meinen Dad. Er hat auch schon zugesehen, wie MacHarry mich aufgehangen hat und ja, ich behaupte mal, er ist der coolste Dad, den man haben kann.

Meinen Bruder, meine Schwägerin und viele andere Bekannte habe ich einfach ins kalte Wasser gestoßen. Sie alle haben es sehr positiv aufgenommen und viele sieht man auch auf unserer BoFeWo, wo sie uns helfen, damit die Messe rundläuft.

Also meine Erfahrung ist, dass man sich, was die Familie angeht, viel zu viele Gedanken macht. Ganz oft wird man positiv überrascht und wünscht sich, viel früher offen geredet zu haben. Glaubt mir, es ist befreiend, nichts mehr verheimlichen zu müssen.

Allerdings sollte man auch genau abschätzen, wen man einweiht. Bei Vorgesetzten oder auch bei Arbeitskollegen kann es nach hinten losgehen!

So genug geplaudert. Jetzt habe ich wieder einen Ausschnitt für euch, dieses Mal aus „Emma – Eigentum des Dämons“, denn dort outet sich Ryan seinem Bruder gegenüber.

„Bleib ruhig, Bruderherz. Denk mal dran, wie es mit mir und Jill war. Sie hat mir kein Wort geglaubt und ihr Herz hing immer noch an Dominik, obwohl der schon eine ganze Zeit lang tot war“, versuchte Damon ihn aufzuheitern.
Ryan seufzte, auch er kämpfte mit seinen Zweifeln, auf der anderen Seite, wollte er Emma nicht wieder gehen lassen.
„Du weißt, wie oft sie alleine bleiben müsste. Der idiotische Diplomaten-Job lässt mich nicht oft zu Hause sein“, gab er zu bedenken.
Damon lachte leise auf. Er hätte sich nie träumen lassen, dass er einmal so glücklich mit Jill sein könnte.
„Du beklagst deinen Job? Dass ich das noch erleben darf“, erwiderte er kichernd.
Ryan murmelte etwas Unverständliches, dann seufzte er wieder.
„Scheiße Damon, ich kann ihre Gedanken nicht manipulieren“, stieß er hervor.
Jetzt wurde es auf der anderen Seite der Leitung still, beide wussten genau, was das hieß. Eine kleine Liebelei oder Affaire war kein Problem, aber seine Seelengefährtin zu finden, bedeutete was ganz anderes.
„Bist du dir sicher? Vielleicht liegt es auch nur an ihrem Zustand“, hakte Damon nach.
„Nein, ich kann ihre Gedanken nicht fassen, geschweige denn irgendwas verändern. Sie ist meine Gefährtin und ich habe keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Allein durch meinen Job ist sie gefährdet, was glaubst du, wie viele versuchen werden, über sie an mich heranzukommen?“
Ryan seufzte wieder, sein Verstand sagte ihm deutlich, dass er sie wegschicken sollte, aber sein Herz würde das nicht zulassen. Vor ihm lag die schwerste Aufgabe, die er jemals zu erledigen hatte. Er musste Emma die nächsten Wochen bei sich behalten, sie beschützen, ihr Vertrauen erlangen und sie dann gehen lassen.
„Jetzt warte doch erst mal ab, wer weiß was passiert. Wir finden da schon eine Lösung. Zuerst mal solltest du ihr die Angst nehmen, sonst habt ihr so oder so keine Chance“, versuchte Damon ihn zu beruhigen.
„Nein Damon, ich werde sie wegschicken müssen, denn da ist noch mehr“, entgegnete Ryan.
Er schluckte schwer, zumal er keine Ahnung hatte, wie sein kleiner Bruder auf seine Beichte reagieren würde, aber er musste endlich mit jemandem über seine Neigungen sprechen.
„Was ist los Ryan, du gibst doch sonst nie auf. Du bist unser Optimist“, fragte Damon alarmiert nach.
„Ich stehe auf SM, und ehe du was Falsches denkst, ich bin dominanter Sadist“, stieß er hervor und hielt den Atem an.
Er hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass Damon in schallendes Gelächter ausbrach. Etwas verstimmt räusperte er sich.
„Schön, dass du mich nicht ernst nimmst. Aber es ist die Wahrheit“, giftete er.
Damon holte tief Luft und wischte sich die Lachtränen aus den Augen. Das durfte doch nicht wahr sein, seit Jahren tat er alles dafür, seine eigenen SM-Neigungen zu verheimlichen und dann diese Beichte.
„Ich bin genauso und Jill liebt es. Sei mir nicht böse, wenn ich nicht ins Detail gehe, aber so wie es aussieht, sind wir uns ähnlicher, als wir beide dachten“, erklärte Damon schnell.
Jetzt war es an Ryan ungläubig auf den Hörer zu starren, dann musste er auch lachen. Sofort wurde er wieder ernst.
„Darin liegt das Problem, Moloch hat sie gefoltert und vergewaltigt, wie sollte sie es da jemals genießen, sich mir zu unterwerfen? Von so Dingen wie Spanking oder allgemein Lustschmerz, mal ganz abgesehen“, fragte er niedergeschlagen.

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