Ausschnitt aus „Emma – Eigentum des Dämons“

„Es ist eine Überraschung Prinzessin, wenn ich es jetzt verrate, verderbe ich alles“, erklärte er geduldig.
Seufzend ließ Emma sich in die Polster fallen, doch ihre Wangen waren gerötet und man konnte deutlich sehen, wie sehr sie sich über den Ausflug und die Überraschung freute.
Endlich hielt der Wagen vor einem Wildgehege, allerdings waren die Tiere hier nicht in Käfigen, sondern liefen frei herum. Ausnahme hier waren die Bären, die Wildschweine und die Luchse. Ohne auf Ryans Hilfe oder die des Fahrers zu warten, sprang Emma aus dem Auto und sah sich um. Die Sonne schien auf die dichte Schneedecke und ließ diese glitzern, sodass sie die Augen zusammenkneifen musste.
Lächelnd reichte Ryan ihr eine schicke Sonnenbrille, dann legte er einen Arm um ihre Schultern und brachte sie so zum Eingang.
Als sie das Tor passiert hatten, sah Emma staunend auf die atemberaubende Landschaft. Vor ihr ging es steil bergab und sie konnte endlos weit sehen. Die Berge im Hintergrund waren weiß vor Schnee, wie mit Puderzucker bestreut. Ein paar Meter vor ihr war ein Maschendrahtzaun, der die Besucher vor den Braunbären schützte. Aufgeregt ging sie dichter an den Zaun ran und grinste breit, als sie die verspielten jungen Bären sah, die im Schnee tollten. Langsam ging sie an dem Zaun entlang, bis sie auf einen Wegweiser stieß. Fragend sah sie Ryan an.
„Welchen Weg sollen wir gehen?“, wollte sie wissen.
Sie hatten die Wahl zwischen dem kleinen und dem großen Rundweg, wobei man den Unterschied gleich am Anfang sah, denn der große Rundweg ging jetzt schon bergauf, während der kleine Rundweg sich sanft den Berg herunter schlängelte.
„Such dir aus, was immer du magst, Prinzessin“, antwortete Ryan und überließ ihr die Entscheidung.
Er war so fasziniert von ihren strahlenden Augen und ihrer ganzen Ausstrahlung, die deutlich zeigte, wie glücklich sie war. Emma konnte man mit wirklich kleinen Dingen erfreuen, gerade weil sie nichts erwartete.
Mit blitzenden Augen packte sie seine Hand und zog ihn zu dem großen Rundweg.
„Dann lass uns alles ansehen“, rief sie aufgeregt.
Der Weg führte steil bergauf und direkt in einen Wald hinein. Hand in Hand gingen sie langsam und schweigend, während unter ihren Schuhen der Schnee knirschte. Gespannt spähte Emma durch die Bäume, in der Hoffnung ein Reh oder gar einen Hirsch zu sehen. Schwer atmend kamen sie auf der Spitze des Hügels an und konnten eine kleine Gruppe Hirsche sehen, die direkt auf dem Weg standen.
Sofort blieb Emma stocksteif stehen und bewunderte die Tiere, während Ryan ihr lächelnd zusah. Er ließ ihre Hand los und ging zwei Schritte auf einen Automaten mit Wildfutter zu. Hier zog er zwei Schachteln, ging zu Emma zurück und drückte ihr eine Schachtel in die Hand. Grinsend schüttelte er seine Wildfutterration und sofort hoben die Hirsche die Köpfe.
Emma erwartete, dass die Tiere jetzt das Weite suchten, und sah Ryan schon empört an, doch dann bemerkte sie, dass die Hirsche auf sie zukamen. Ehe sie sich versehen hatte, war sie von den Tieren umringt und wurde sogar zaghaft angestupst. Ein wenig mulmig war ihr dann doch zumute, besonders angesichts der mächtigen Geweihe.

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